Governance im Fall Wirecard

Sursee. Mit Prof. Dr. Martin Hebertinger spreche ich in der 11. Folge über «Governance im Fall Wirecard».

Martin Hebertinger ist Hochschullehrer für Betriebswirtschaft mit den Schwerpunkten Finanzen und Rechnungswesen an der Fachhochschule Vorarlberg in Österreich. Er leitet zudem den dortigen Bachelorstudiengang Internationale Betriebswirtschaft. Darüber hinaus coacht er u.a. Aufsichtsratsmitglieder von Finanzdienstleistungsunternehmen.

Die aufsichtsseitig eher als IT-Unternehmen gewertete Wirecard AG als Mutterunternehmen eines international agierenden Konzerns, zu dem auch eine Bank gehörte, konnte über Jahre hinweg ihre Ertrags- und Vermögenslage so manipulieren, dass die Geschichte eines gefeierten Börsenstars in schillernden Farben erzählt werden konnte. Das Publikum inklusive Politik und Kapitalmarkt wollten diese Geschichte glauben. Es ist Wirtschaftsjournalisten zuzurechnen, dass der Fall ins Rollen kam, dass es letztlich im Herbst 2019 zur Sonderprüfung kam, dass dann im Frühsommer 2020 der Schwindel aufflog und der Kollaps der Firmengruppe einsetzte.

Aus der Perspektive des Finanzers, aus dem Blickwinkel der Governance ist nun nach der Rolle des Aufsichtsrats zu fragen, nach der Sorgfalt des Abschlussprüfers, ja, auch nach dem Verhalten oder Nicht-Verhalten der deutschen Finanzaufsichtsbehörde. Und – das Ganze auch etwas abstrahiert von der konkreten Causa Wirecard. Was von den Aspekten ist systemisch, wo muss der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen anpassen, ist das ein deutsches Problem, wie machen es andere Staaten.

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